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Dienstag,
30. Mai 2017

Klartext Energiewende 2017


Hat die Energiewende in Deutschland ein Imageproblem?   Expertinnen und Experten ziehen soziale Ausgewogenheit in Zweifel

Die Energiewende in Deutschland schreitet auf vielen Ebenen voran, davon konnte sich das Fachpublikum der Energietage in Berlin vom 3. bis zum 5. Mai überzeugen. Allerdings scheint die Energiewende trotz aller technischer Möglichkeiten und des Umsetzungswillens der meisten Akteur*innen einige Probleme zu haben, die es zu lösen gilt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter den Teilnehmer*innen der Berliner ENERGIETAGE.

"Sexy Energiewende"? Fehlanzeige

Wenn auch quer durch die Republik Anstrengungen laufen, Themen wie energetische Gebäudesanierung oder Energie-Einsparung für die Breite der Bevölkerung interessant - ja sogar "sexy" - zu machen: Über 40 Prozent der Befragten glauben, dass die Klimaziele der Bundesregierung "nur wenige interessieren". Über 20 Prozent schätzen die Stimmung in der Republik sogar als negativ ein ("Klimaziele werden als Belastung empfunden"). Nur ein Viertel glaubt, dass die politischen Ziele ("Klimaneutralität 2050") auf individueller Ebene mitgetragen und/oder befördert werden.

Energiewende ein soziales Problem?

Als unzureichend schätzen die Befragten vor allem die Beteiligungsmöglichkeiten an der Energiewende sowie die soziale Ausgewogenheit der Belastungen ein. Jeweils fast zwei Drittel beantworten die entsprechenden Fragen negativ. Eine positive Einschätzung gibt es hingegen nur von etwa einem Viertel der Befragten.

Kohleausstieg und erneuerbare Energien vordringlich

Der Kohleausstieg (18,6 Prozent) und der Ausbau der erneuerbaren Energien (20,5 Prozent) wurden als die wichtigsten Aufgaben genannt, die es jetzt anzupacken gelte, um die Energiewende im Strombereich voran zu bringen. Die Kopplung des Stromsektors mit dem Gebäude- und Verkehrsbereich wurde von 15,9 Prozent als dringliche Aufgabe gesehen (Mehrfachnennungen waren möglich). Im Gebäudebereich sah mehr als ein Drittel der Befragten (34,3 Prozent) die Modernisierung der Heizungsanlage als primäre Maßnahme an - deutlich vor Maßnahmen an der Gebäudehülle (24,9 Prozent).


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